Flieg Wespe flieg 

5. und letzter Teil 

Ich musste gestern Abend ganz lange an meinen Opa denken. Wegen der Wespe kamen Erinnerungen hoch… mein Opa war der Beste…

Die Wespe ist frei! Als ich heute morgen nach dem Behälter auf dem Balkon schaute, (mit Sicherheitsabstand) sah ich die Wespe erst mal nicht. Voller Panik schaute ich mich um, war sie durch den Spalt geflüchtet? Das wäre doch unmöglich? – Aber dann sah ich sie umherfliegen. Sie wollte raus. Sie war wieder gestärkt und gesund und munter. Ganz bestimmt hat mein Manukahonig sie geheilt und hat zu neuen Kräften verholfen. 

Da sie nun flog, getraute ich mich nicht den Behälter anzuheben. Wie mach ich das denn jetzt? Ich sammelte allen Mut zusammen, hob das Ding an und legte es schnell zur Seite. Und schwupp und zack war sie draußen, flog einen Bogen, ich schrie wie bekloppt, stürmte hinein und warf die Balkontür zu. Ich konnte noch sehen, wie die Wespe dann wegflog. 

Ich hoffe, sie hat sich mein Gesicht gemerkt und weiß nun, dass von mir keine Bedrohung ausgeht. 😅 Und nicht, dass sie ihre Freunde holt und denen erzählt, hier gibt es supertollen Honig. 😱 

Und hier eine kleine Erinnerung an meinen Opa: 

Ich habe ihn damals fast täglich im Altersheim besucht und haben oft Maumau gespielt, waren viel spazieren, ich durfte Eis essen bis ich platzte und schleppte ihn im Sommer oft mit ins Schwimmbad. 

Eines Tages, als ich ihn wieder besuchte und zum Balkon hinaustrat, sah ich einen kleinen Flaschendeckel mit Sirup gefüllt. Was machst du denn da?, hatte ich ihn gefragt und da kam die Antwort auch schon angeflogen. Eine Wespe, die sich daran labte und wieder fortflog. Pass auf, sagte er, gleich kommt sie wieder. Aber du kannst doch nicht die Wespe füttern, rief ich entsetzt. Die bringt nachher alle anderen mit und dann ist hier alles voll. Nein nein, sie kommt immer nur alleine. Trinkt etwas und fliegt wieder weg. 

Am nächsten Tag schaute ich gleich wieder nach und dann waren da zwei Wespen. Schau mal, rief mein Opa, sie hat ihren Kumpel mitgebracht.  😂😂😂 

Verwöhnte Wespe 

Jetzt hat die Wespe es richtig gut. Wer gerade hinzuliest, einfach meine Einträge durchscrollen. Das ist jetzt Wespeneintrag Nummer 4. 😁

Nun gut, nach der Rettung und grübeln und überlegen, hatte ich ihr ja ein Stück Fondant gegeben. Wovon sie sofort genascht hatte. Meiner Tochter fiel dann ein, dass sie nun mächtig Durst kriegen wird. Also legte ich einen kleinen Plastiklöffel mit einem Wassertropfen hinein. Und das bemerkte die Wespe auch sofort und trank davon. 

Ich überlegte weiter und mir fiel mein super teurer Manuka Honig ein, mit 400Mgo. Also sehr nahrhaft und heilend. Ich wollte wissen, was ihr lieber wäre, der olle Fondandzuckermist (ich liebe es bis zum schlechtwerden) oder den leckeren Superhonig. Sofort krabbelte sie zum Honig und naschte ewig daran rum. 

Irgendwann wollte sie wieder loskrabbeln. Ich wusste in dem Moment, dass sie sich verkriechen wollte. Denn es ging ja zum Abend zu.  Und das Glas war viel zu klein. Also holte ich einen großen Plastikbehälter und kleine Muffinformen. Riss in der Form ein Stück heraus, als Eingang. Derweil war die Wespe in den Wassertropfen geplumpst. Ich schob den Löffel etwas beiseite, stülpte die Muffinpapierchen über sie und dann den Behälter. Natürlich in totaler Habachtstellung, nicht dass die plötzlich doch noch fliegen kann. 😅

Sie krabbelte dann weiter umher, suchte sich ein Plätzchen und ich googelte rum, wie man Wespen retten kann. Fand aber nur etwas über Hummeln und Bienen. 

Jetzt schläft das kleine Stechvieh und morgen schauen wir mal weiter. Wenn das Wetter schön ist, setze ich sie in die Sonne auf dem großen Balkon. 


Nach dem Zuckerschock hatte sie mächtig Durst. Und mit kurzem Video. Hübsches Gesicht hat sie ja. 



Hier nascht sie vom Honig 🍯 ​ 


Natürlich war die Wesp-e wieder neugierig und hat sich umgeschaut . Luft zum Atmen bekommt sie auch, da ist ne Lücke unten. 


Und jetzt hat sie sich versteckt, zwischen den zwei Muffinpapierformen. Und schläft tief und fest. ….pssst…😴🐝 


Für einen kurzen Moment hatte ich überlegt, ob ich sie ins Warme reinhole, aber das ist mir doch zu riskant. Da habe ich dann keine ruhige Nacht. 😅 

Wespenrettung

Ich hab keine Ahnung, was in mich gefahren ist. Oder was das Unterbewusstsein mit mir da anstellt? Soll das jetzt so eine Therapie werden? 

Früher wäre die Wespe im hohen Bogen vom Balkon nach unten in die Büsche geschmissen worden. Und jetzt? 

Nach dem die so hilflos da rumkrabbelte, und dann Schutz am Stuhlbein suchte, tat die mir leid. Ich holte ein Glas raus und stülpte es über sie und stellte sie auf das Tischchen. Sie wollte natürlich dann kämpfen. Hatte all ihre letzten Kräfte mobilisiert und wollte zustechen. 

Dann überlegte ich, was ich denn noch tun könnte für sie. …. Aaah, jaaa… ich könnte sie füttern. Da heute Freitag ist, liegt natürlich Naschzeug hier rum. Ich brach ein kleines Stück vom Fondant-Ei ab und legte es zu ihr ins Glas. 

Und schwuppdiwupp, sie streckte ihre Fühler aus und krabbelte hin und labt sich jetzt daran. 



So hab ich die Wespe immer im Blickfeld, nicht das jemand von drauftritt, oder wieder reinkrabbelt oder den Hund sticht. 

😁

Fette Wespe-blödes Mistvieh !!! 

Ich überlege gerade, aus welcher Sicht ich euch die wahre Geschichte erzähle. Aus der Sicht der Wespe, meiner Tochter oder aus  meiner Perspektive? Oder alle drei? 😅 Das wird aber dann wieder so ein langer Text. Hat doch kein Mensch Lust zu lesen. 🙄

Okay, na denn, ich fang mal auf blöd an:

„Es war kalt. So kalt und schon dunkel. Sie fror bitterlich, zitterte und klapperte und flog suchend nach einem warmen Ort. Da! Ein kleines Fleckchen Licht. Sie flog eiernd in die Helligkeit und schon spürte es einen sanften Strom der Wärme. Oh ja, da will ich hin. 

Sie wusste, was ihr blühte, wenn sie nicht rechtzeitig in ihren Bau zurückflog. Sie wollte die Nacht nicht frieren und jämmerlich sterben. Und so flog sie auf die klägliche Wärme zu. Besser so als gar nichts und klammerte sich am Fensterrand fest. Dort saß sie und kauerte vor sich hin. 

Plötzlich wackelte und bebte es. Ein Schwall Wärme kam ihr entgegen. Ach wie herrlich, freute sie sich und krabbelte mit letzter Kraft weiter, weiter ins Licht und dem anheimelnden Luftzug entgegen. Kletterte über die Fensterkanten und versteckte sich erst mal hinter dem Vorhang, um sich von den Strapazen zu erholen. 

Da wollte sie bleiben, hier war es angenehm und dunkel. Sie wollte schlafen, um mit dem ersten Sonnenlicht wieder fortzufliegen. – Plötzlich wurde es hell. Nanu? Ist es schon Tag? Dann wieder dunkel. Auf einmal wieder hell. Nun war sie völlig irritiert. Tag, Nacht, Tag? Ja, was denn nun? 

Sie wurde neugierig und krabbelte erstmal los. Guckte hier, guckte da. Streckte und reckte ihre Fühler. Schüttelte ihre Flügel und flog ein bisschen umher. Hm, irgendwie hätte ich es gern noch ein bisschen wärmer. So suchte sie nach einem anderen kuscheligen Plätzchen. 

Da!!! Ein Menschenkind. Es ist warm und weich. Es liegt auch ganz still. Sicherlich wird es mir nichts tun. So dachte sich das gelbschwarze fliegende Etwas. Flog zum kleinen Menschlein und spürte die schlafende Wärme. Krabbelte über das weiche Kissen, tastete mit ihren Fühlern über die glatte Haut, kroch seitlich unter die Wange und kuschelte sich summend und brummend dort hinein. Jaa, hier ist es schön…. 

ACH OH SCHRECK! Das Menschenwesen bewegte sich. Ich werde angegriffen!!! Nichts ahnend, dass das Menschlein ihr nichts tun wollte, ging sie in Angriffsstellung und fuhr ihren gefürchteten Stachel heraus. 

Und stach unbarmherzig zu!

Plötzlich war das kleine Menschlein verschwunden. Mit ihr auch die Wärme. Suchend krabbelte sie weiter. Krabbelte hier hin und da hin, flog umher und begutachtete all die Gegenstände. Währenddessen zog die Dämmerung herauf. Und das kleine Vieh blieb neugierig und fand die eine Tasche so toll. Es roch ein wenig nach Brotdose. Vielleicht finde ich da einen Krümel, dachte sie bei sich und flog in den Schulranzen. 

Doch es dauerte nicht lange, als die Tasche sich bewegte und wackelte. Eine große Hand tauchte auf, plötzlich ein Gesicht von einem großen Menschen. Zwei Augen, schreckensweit offen, erblickten sie. Eine Vibration erschütterten ihre feinen Härchen am Körper, ausgestoßen vom Schrei des Menschen. 

Sie wollte fliehen, weg hier, wegfliegen, denn gleich geschieht etwas ungeheuerliches, ahnte die dicke Wespe. Sie hatte aber keine Kraft mehr und war zu erschöpft. Hilflos musste sie mit ansehen, wie etwas großes durchsichtiges über die gestülpt wurde. Nun war sie gefangen. Mit letzter Kraft flog sie umher und wollte diesem Ungestüm entfliehen. Sie fand keinen Ausgang. 

Und dann, und dann ganz plötzlich war sie frei. Sie war draußen. An der Luft. Das durchsichtige große Glas war nun offen. Sie konnte hinaus. – 

Aber ohweh! Eisige kalte Luft blies ihr ins Fühlergesicht. Das war gar nicht gut. Sie wollte in der Wärme vom Glas bleiben. Krabbelte am Rand entlang, um die Rest Wärme in sich aufzunehmen. Es wurde immer kälter. Suchend kletterte sie hinunter, über das kalte Tischchen, zum Rand…nein, da falle… ooooh nein!, schrie es plötzlich in ihr. Eine riesige Fliegenklatsche tauchte auf. Das wars jetzt. 

Doch nichts geschah. Sie wurde vorsichtig hochgehoben und ins Sonnenlicht gelegt. Dort wollte sich die dicke Wespe erholen, aber der Wind blies so kalt und Wolken schoben sich davor. Wieder wurde es kalt. Sie krabbelte weiter und weiter und wurde immer schwächer. 

Da, ja da unterm Balkonsims, da geh ich hin. Dort bleib ich, dachte sie ihren letzten Gedanke. Nichts ahnend, das dort kleine Kreuzspinnen hausen.“

Das ist wirklich passiert! Meine Tochter kam am frühen Morgen zu mir ins Bett geflitzt und sagte erst mal nichts. Später, als der Wecker klingelte, erzählte sie mir, das etwas Großes rumgeflogen ist und ihr am Ohr gesummt hat und in ihre Wange gepikst hatte. Aber dann auch unsicher, ob sie das nicht vielleicht alles nur geträumt hatte. 

Ich suchte dann das ganze Zimmer ab, klopfte Kissen und Decken vorsichtig aus, rüttelte an den Schulranzen und hab dann natürlich losgeschrien, als mir die dicke, fette Wespe entgegen krabbelte. Bin in Küche geflitzt, Glas geholt, drüber, mit Zeitung zugehalten und raus auf dem Balkon. 

Die Wespe war eh schon zu schwach und konnte nicht mehr fliegen. Ich dachte, die Sonne würde ihr guttun, aber war leider nicht. Ist zu den Spinnen gekrabbelt. Blödes Mistvieh, sticht mein Kind und ich versuche sie auch noch zu retten. 

Die Wange bei meiner Kleinen war rot und leicht geschwollen. Zum Glück hab ich Aloe Vera Pflanzen im Haus und hab es ihr draufgeschmiert. 

Ende 😅 

Mein Freund, die Spinne

Eigentlich bin ich keine Spinnenfreundin. Alles was krabbelt, kriecht und fliegt, musste dran glauben. Platt gehauen, eingesaugt, wenn sie Glück hatten, vertrieben.

Nun ja, meine Sicht auf die Insektenwelt hat sich ein wenig geändert. Allein das mein Sohn mich fragte, welches Recht es mir gebe, sie zu töten, nur weil die klein sind und es millionenfach gibt? Das hat mich ein wenig zum Nachdenken angeregt.

Nun, dass heißt nicht, das ich jedes Viech in die Hand nehme und es hinaus trage. Da ist meine Furcht und Angst viel zu groß.

Und Spinnen, da musste jede  dran glauben. Auch auf dem Balkon. Da will man abends die laue Sommerluft genießen, und während es dunkler wird, kommen plötzlich die Spinnen aus allen Ecken und Ritzen.

Jede wurde vernichtet oder hinauskatapultiert. Aber nur die eine nicht. Die sitzt unter dem Rand des Balkongeländer und nur ihre 6 Beinchen gucken immer heraus. Im ersten Moment sieht das furchterregend aus. Manchmal kommt sie blitzschnell heraus gehuscht. Oder fängt sich ein Regentropfen auf. Einmal wollte sie mich angreifen, erschrak sich aber selber und verschwand so schnell, wie sie auch herausgeschossen kam.

Die sitzt schon sehr lange dort. Einmal beim Saubermachen, überlegte ich kurz, etwas in den Rand reinzusprühen. Aber irgendwas hielt mich davon ab. „Sie lebt schon so lange dort, du hast dich inzwischen an sie gewöhnt und nun willst du sie töten?“

Nein, ich ließ sie leben und putzte aussen rum weiter. Und jeden Abend, wenn ich dann da sitze oder manchmal stehe, sehe ich ihre Beinchen. Manchmal leuchte ich mit meinem Lämpchen , um zu sehen wo sie ist. Aber sie sitzt immer an der selben Stelle . Und dort bleibt sie.


Vor ein paar Tagen hatte ich am Morgen eine Wespe in der Küche und fragte mich , wie die hineingekommen ist, wenn kein Fenster offen war? Das war wirklich merkwürdig. Ich stand erst mal wie versteinert da und dachte, was mach ich denn jetzt!!!???

Wenn die mich sticht!

Ich sah, dass sie nicht so wild und auch nicht angriffslustig war und eher an der Scheibe rumeierte. Schnell und vorsichtig klappte ich das Fenster auf. Aber sie fand die Lücke trotzdem nicht. Da wurde ich mutig, nahm ein großes Glas und fing sie ein und hielt die Öffnung mit einem Blatt geschlossen. Und so befreite ich sie auf dem Balkon, wo sie voller Freude im hohen Bogen davon flog.

Und die Spinne 🕷, die schläft grad.

😅