Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer

Vom Meere strahlt;

Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer

In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege

Der Staub sich hebt;

In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege

Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen

Die Welle steigt.

Im stillen Haine geh‘ ich oft zu lauschen,

Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,

Du bist mir nah!

Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.

O wärst du da!

Goethe

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Das Wesen wahrer Liebe

Das Wesen wahrer Liebe lässt sich immer wieder mit der Kindheit vergleichen. Beide haben die Unüberlegtheit, die Unvorsichtigkeit, die Ausgelassenheit, das Lachen und das Weinen gemeinsam.

Honore de Balzac

Was macht die Liebe mit mir

Was macht die Liebe mit mir?
Sie brennt heiß und hell.
Ihr Licht blendet mir in den Augen,
dass ich sie schließen muss.
Nun fühle ich das Feuer in mir, wie es brennt,
lichterloh.
Ich spüre den Durst der Liebe in mir,
und suche die Quell,
meine Quelle aus der ich trinken kann .
Dann wird mir kalt, und die Liebe, sie wärmt mich auf,
sie umhüllt mich wie ein warmer Mantel.
Die Liebe streichelt meinen gebeutelten Körper,
der Körper, der vor Sehnsucht sich fast aufgezerrt.
Wie samtige Hände gleiten sie über meine Haut,
bereiten mir die Wonne,
geben mir ein Glücksgefühl, so das ich glaube zu schweben.
Dann öffne ich die Augen und sehe die Liebe,
wie sie über mir funkelt, in abermillionen von Sternen.