Mein Freund, die Spinne

Eigentlich bin ich keine Spinnenfreundin. Alles was krabbelt, kriecht und fliegt, musste dran glauben. Platt gehauen, eingesaugt, wenn sie Glück hatten, vertrieben.

Nun ja, meine Sicht auf die Insektenwelt hat sich ein wenig geändert. Allein das mein Sohn mich fragte, welches Recht es mir gebe, sie zu töten, nur weil die klein sind und es millionenfach gibt? Das hat mich ein wenig zum Nachdenken angeregt.

Nun, dass heißt nicht, das ich jedes Viech in die Hand nehme und es hinaus trage. Da ist meine Furcht und Angst viel zu groß.

Und Spinnen, da musste jede  dran glauben. Auch auf dem Balkon. Da will man abends die laue Sommerluft genießen, und während es dunkler wird, kommen plötzlich die Spinnen aus allen Ecken und Ritzen.

Jede wurde vernichtet oder hinauskatapultiert. Aber nur die eine nicht. Die sitzt unter dem Rand des Balkongeländer und nur ihre 6 Beinchen gucken immer heraus. Im ersten Moment sieht das furchterregend aus. Manchmal kommt sie blitzschnell heraus gehuscht. Oder fängt sich ein Regentropfen auf. Einmal wollte sie mich angreifen, erschrak sich aber selber und verschwand so schnell, wie sie auch herausgeschossen kam.

Die sitzt schon sehr lange dort. Einmal beim Saubermachen, überlegte ich kurz, etwas in den Rand reinzusprühen. Aber irgendwas hielt mich davon ab. „Sie lebt schon so lange dort, du hast dich inzwischen an sie gewöhnt und nun willst du sie töten?“

Nein, ich ließ sie leben und putzte aussen rum weiter. Und jeden Abend, wenn ich dann da sitze oder manchmal stehe, sehe ich ihre Beinchen. Manchmal leuchte ich mit meinem Lämpchen , um zu sehen wo sie ist. Aber sie sitzt immer an der selben Stelle . Und dort bleibt sie.


Vor ein paar Tagen hatte ich am Morgen eine Wespe in der Küche und fragte mich , wie die hineingekommen ist, wenn kein Fenster offen war? Das war wirklich merkwürdig. Ich stand erst mal wie versteinert da und dachte, was mach ich denn jetzt!!!???

Wenn die mich sticht!

Ich sah, dass sie nicht so wild und auch nicht angriffslustig war und eher an der Scheibe rumeierte. Schnell und vorsichtig klappte ich das Fenster auf. Aber sie fand die Lücke trotzdem nicht. Da wurde ich mutig, nahm ein großes Glas und fing sie ein und hielt die Öffnung mit einem Blatt geschlossen. Und so befreite ich sie auf dem Balkon, wo sie voller Freude im hohen Bogen davon flog.

Und die Spinne 🕷, die schläft grad.

😅

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