Träume aus der Tiefe

Träume aus der Tiefe

Mit verträumten Blick schaute ich aufs Meer hinaus. Weit und breit nur das Wasser und der blaue Himmel. Kein Schiff, kein Boot, keine Menschen. Ringsherum war es still. Nur die kleinen Wellen rauschten leise heran und umspülten sanft meine nackten Füße, die im nassen Sand ein wenig versanken. Das Licht der Sonne schien hinter mir, so dass es mir den Blick nicht allzu sehr verschleierte. Dennoch fühlte ich mich somnambul und meine Sicht verklärt. Ich war wie in einem Trancezustand und es wirkte alles so surreal. Aber ich stand hier am Wasser. Trotz meines verträumten Blicks, sah ich deutlich den unendlichen Ozean vor mir. Ich spürte förmlich den Sand unter meinen Füßen. Der Wind strich sanft über meine Haut. Das Meer rauschte leise und die Wellen tanzten sachte heran und umspülten abermals meine Zehen. Es fühlte sich so unwirklich an, und dennoch nahm ich alles so deutlich wahr, dass dies alles real sein musste.

Ich drehte mich herum und schaute zum Strand hinauf. Ein Meer aus grüner Vegetation breitete sich vor mir aus. Davor erblickte ich eine kleine Hütte. Windschief, wettergegerbt und vom Sturm gebeutelt. Dennoch hielt das kleine Häuschen stand. Aber dorthin wollte ich nicht. Noch nicht.

Ich wandte mich wieder dem Ozean zu und beobachtete die tanzenden Wellen. Die Sonnenstrahlen reflektierten auf der wiegenden Oberfläche und brachten meine Augen zum Glitzern. Und während ich hinaussah, nahm ich weit draußen eine Bewegung wahr. Ich schirmte meine Augen ab und verfolgte die Bewegung. Etwas Dunkles schwamm heran. Als es nah genug war, durchbrach eine große Flosse die Wasseroberfläche. Ein gewaltiger Kopf tauchte auf und ein sanftes Auge blickte mich neugierig an. Tatsächlich war es ein Wal. Er winkte mir mit seiner Flosse zu. Ich hob meine Hand und winkte zurück. Der Wal schwamm majestätisch hin und her. Immer wieder tauchte er auf und sah zu mir herüber. Ich konnte es ganz deutlich erkennen, dass er mich ansah. Was möchte er von mir? Wieder winkte er mir zu, als ich erkannte, dass er mich zu sich heranwinkte. Sollte ich tatsächlich zu ihm hinausschwimmen? – Noch einmal schaute ich zur Hütte zurück, drehte mich endgültig wieder um und watete langsam ins Wasser. Noch war ich mir etwas unsicher. Aber ich spürte das Vertrauen, dass der Wal ausstrahlte. Seine Augen, mit denen er immer wieder zu mir schaute, gaben mir den Mut und die Sicherheit, so dass ich mich wagte, hinauszuschwimmen.

Ich schwamm dem Wal entgegen. Die Wellen trugen mich mit Leichtigkeit ins Meer hinaus. Bald war ich nahe an ihn heran. Sein imposanter Körper ragte vor mir auf. Ich strich über seine pockige, graue Haut. Es war ein berauschendes Gefühl. Der Wal tauchte etwas hinab, so dass ich seine Rückenflosse greifen konnte. Dann schwamm er los und zog mich in die Tiefe.

Lautlos glitten wir durch eine Welt der Stille. Meine Hand rutschte allmählich von seiner Flosse ab und ich merkte, dass ich problemlos mit dem riesigen Wal nebenher schwimmen konnte. Ein paar mal schaute ich hinauf. Ich sah das gleißende Licht, das die flimmernde Wasseroberfläche durchbrach. Bald sollte ich wieder hinauf. Ich wusste nicht, wie lange ich die Luft anhalten konnte.

„Hab keine Angst,“ sprach der Wal plötzlich zu mir. Nein, er sprach nicht, sondern ich konnte ihn in meinem Kopf hören. Dann stieß er eine Luftblase aus, die aus seinem gigantischen Maul glitt und auf mich zueilte. Die Blase umhüllte mein Gesicht und ich atmete die Luft ein. Nun spürte ich, dass ich genug Luft hatte, um weiter zu tauchen. Seine Augen blickten mich freundlich an. Er gab mir weiterhin Zuversicht und Sicherheit.

Wir schwammen unmerklich immer weiter in die Tiefe hinab. Das Blau wich immer mehr und wechselte ins Graue. Bald waren wir von tiefer Dunkelheit umgeben. „Hier unten auf dem Meeresgrund kannst du deine Träume sehen,“ hörte ich ihn wieder. „Welche Träume?“ fragte ich. „Meinst du meine unerfüllten Träume? Dinge, die ich mir wünsche? Oder nur Träume, die man träumt?“ „All deine Träume findest du hier. Deine Wünsche und Sehnsüchte. Deine Bedürfnisse und Ziele. Deine Visionen und deine Zukunft.“

Ich war neugierig. Und wir schwammen kontinuierlich weiter in die dunkle, stille Tiefe hinab. Als ich auf einmal viele kleine Lichterpunkte wahrnahm, die wie Sterne in der Nacht aussahen. Immer mehr Lichter tauchten auf und ich fühlte mich, als würde ich durch das Universum fliegen. War es eine Stadt am Meeresgrund? Eine neue Welt aus vielen Lichtern? Fasziniert schwamm ich darauf zu, als ich erkannte, dass es Quallen waren. Riesige leuchtende Quallen, die lautlos an uns vorbei glitten und in der Dunkelheit wieder verschwanden.

Weiter schwammen wir schweigend nebeneinander her. Unaufhörlich glitten wir immer weiter hinab. Plötzlich stob ein kleiner Schwarm glitzernde Fischlein heran. Neugierig flitzten die um mich herum wie in einem wirbelnden Tanz. Auch die verschwanden und zogen weiter.

Ich fühlte mich so frei und unbeschwert. Ich könnte ewig so dahin schwimmen in dieser weiten Endlosigkeit, wo alles Leben ewig schwieg. Und dennoch fühlte sich alles so lebendig an, eine Stille, die sich beruhigend auf mich auswirkte.

Und dann sah ich es. Ein Meer aus lumineszierender Pflanzen. Dort unten am Meeresgrund war der Boden bedeckt wie ein leuchtender, wabernder Teppich aus Millionen von Pflanzen, Plankton, Korallen, Algen, Tang und Seegras. Sie bewegten sich im gleichen Takt sanft hin und her. Als tanzten die nach einer, mir nicht hörbaren, Musik. Der Wal schwebte auf einer Stelle. Seine sanften Augen blickten mich wieder an. „Hier ist es. Hier sind deine Träume verborgen.“

Ich schwamm hinein ins leuchtende Pflanzenmeer. Und mit jeder Berührung, tauchte plötzlich eine Blase empor. Es war faszinierend anzusehen. Immer mehr Luftblasen stiegen hinauf. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, so frei und unbeschwert, dass begeistert den Seifenblasen hinterherschaut. Doch dann sah ich es. Es waren nicht nur kugelige Lufträume. Diese runden, schimmernden Blasen waren gefüllt. Gefüllt mit all meinen Träumen, unerfüllten Wünschen, all meinen Sehnsüchten. „Da sind die!“ rief ich freudig. Dabei verließ mein Mund auch eine Luftblase, die sofort mit den anderen aufstieg. Ich schwamm wie ein fröhlich beschwingter Fisch im Wasser umher. Ich stupste jede Pflanze an und ließ all die vielen Luftblasen aufsteigen. Ich wog mich im gleichen Rhythmus der leuchtenden Pflanzen. Wir waren nun eins, verschmolzen miteinander im Lichtermeer.

Ewig wäre ich frei, sorglos und losgelöst von allem weitergeschwommen. Doch der Wal glitt lautlos über mir her. Darauf bedacht, mich nicht zu verlieren. Er holte mich wieder zurück aus meinem Traumschwimmen. Ich war wie betäubt, als hätten die leuchtenden Pflanzen eine narkotische Wirkung auf mich. Wehmütig stieß ich mich vom Meeresboden ab und schwamm auf den Wal zu. Er bot mir wieder seine Flosse an, an der ich mich festhielt. Ich wusste, dass wir wieder zurück mussten.

„Es war wunderschön,“ sprachen meine Gedanken. Der Wal, der mich verstand, zwinkerte mir liebevoll zu. „Du kannst all deine Träume in Wirklichkeit umsetzen. Aber wenn alle Träume erfüllt werden, welche hat man dann noch? Um glücklich zu sein, muss man nicht alle Wünsche erfüllen. Denn Träume sind dafür da, um dem Leben einen Sinn zu geben. Zu wissen, wofür man lebt. Und so kannst du Stück für Stück dir immer einen kleinen Traum erfüllen. Behalte dir immer die Möglichkeit, dass deine Träume wahr werden könnten. So bleibt dein Leben immer interessant. Und die Neugier darauf, was wird und werden kann. So lange du träumen kannst, bist du reich. Denn wer keine mehr hat, für den verliert der ganze Sinn des Lebens und wird mit einer Leere gefüllt.“

Ich fühlte mich so dankbar. Mein Inneres war nun angereichert mit Liebe und Zufriedenheit. So ausgeglichen hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.

Langsam schwammen wir hinauf, dem flimmernden Licht entgegen. Allmählich drang das Tageslicht zu uns herab, dass glänzend durch die widerspiegelnde Wasseroberfläche brach. Die Sonne schien noch hell am Himmel. Und gemeinsam stießen wir durch die flirrende Grenze zwischen Wasser und Luft. Tief atmete ich ein und der Wal stieß eine Wasserfontäne aus. Ich jauchzte laut lachend und verabschiedete mich wehmütig von ihm. Er winkte mir noch einmal zu, blickte mich ein letztes Mal mit seinem einen Auge an und verwand im Ozean. Auf dem Rücken liegend, ließ ich mich vom Meer treiben und blickte hinauf in den blauen Himmel. Die Wellen trugen mich sanft zum Strand hin. Lange blieb ich dort noch liegen. Dachte über alles nach und über die letzten Worte, die der Wal zu mir gesprochen hatte.

Dann wurde es Zeit zu gehen. Langsam stand ich auf, warf einen letzten Blick zum Meer hinaus und wandte mich der Hütte zu. Meine Füße stießen durch den warmen Sand und hinterließen meine Spuren. Ich öffnete die Tür und trat in die Hütte hinein. Dort stand ein gemütliches Bett, und wirkte so einladend, in dass ich mich augenblicklich erschöpft hineinfallen ließ. Und ehe ich mich versah, war ich eingeschlafen.

Nach einem langen, ausgiebigen Schlaf erwachte ich zu Hause in meinem eigenen Bett, in meiner Wohnung mitten in der Stadt, wo das pralle und laute Leben herrschte. Ich setzte mich auf, rieb den letzten Schlaf aus meinen Augen und erinnerte mich an den freundlichen Wal. Ich konnte noch seine Worte in meinem Kopf wahrnehmen und wusste noch jeden Satz. Ich fühlte das Meersalz auf meiner Haut und meine sandigen Füße. Das auf-und abschwellende Geräusch vom Straßenkrach ließ mich an das Meeresrauschen erinnern. Ich legte mich wieder hin, kniff die Augen ganz fest zusammen, in der Hoffnung, wieder am Meer zu liegen. Aber das klappte nicht mehr.

Daraufhin schwang ich meine Beine aus dem Bett, erinnerte mich an meine Luftblasen, die aufgestiegen waren und wusste nun, was zu tun war.

Der Seelenvogel

Vor 11 Jahren hatte ich mal ein kleines Video aus Spaß an der Freude erstellt. Bisschen mit schöner Musik und passenden Bildern und dazu diesen wunderbaren Text von Michal Sunit. Es sollte eine kleine, wunderschöne Erzählung für Kinder sein, aber auch Erwachsene fanden gefallen daran. Diese kleine Geschichte tut irgendwie richtig gut. Da wird einem bewusst, was in uns steckt, man achtet mehr auf sich und horcht tief in sich hinein. Wenn ich es mir durchlese, fühlt es sich an, als würde meine Seele gestreichelt werden.

Der Seelenvogel

Der Seelenvogel

Tief, tief in uns wohnt die Seele
Noch niemand hat sie gesehen,
aber jeder weiß, dass es sie gibt.
Und jeder weiß auch, was in ihr ist:

In der Mitte der Seele steht der Seelenvogel auf einem Bein.
Er fühlt alles was auch wir fühlen
Wenn jemand uns verletzt tobt der Seelenvogel in uns herum,
hin und her nach allen Seiten und alles tut ihm weh …

Wenn uns jemand lieb hat macht der Seelenvogel kleine Sprünge
kleine lustige vorwärts und rückwärts, hin und her …

Wenn jemand unsren Namen ruft horcht der Seelenvogel auf die Stimme
weil er wissen will ob sie lieb oder böse klingt …

Wenn jemand böse auf uns ist macht sich der Seelenvogel ganz klein
und ist still und traurig
Wenn uns jemand in den Arm nimmt wird der Seelenvogel größer und größer
bis er uns fast ausfüllt, so gut geht es ihm dann …

Ganz tief in uns ist die Seele
Noch niemand hat sie vorher gesehen
aber jeder weiß, dass es sie gibt
und noch nie
kein einziges Mal wurde ein Mensch ohne Seele geboren,
denn sie schlüpft in uns wenn wir geboren werden
und sie verlässt uns nie,
keine Sekunde unseres Lebens
solange wir leben
so wie wir auch nicht aufhören zu atmen von unserer Geburt an bis zum Tode …

Woraus besteht der Seelenvogel?
Es sind viele kleine Schubladen
Diese können wir nicht einfach aufmachen,
denn jede einzelne ist abgeschlossen und hat ihren eigenen Schlüssel,
nur der Seelenvogel ist der einzige der die Schlüssel hat und die Schubladen öffnen kann.

Mit dem Fuß dreht er den Schlüssel zu der Schublade und alles was drin ist kommt zum Vorschein …

Und weil alles was wir fühlen eine Schublade hat
hat der Vogel viele Schubladen:
Es gibt eine für Freude und für Trauer,
ebenso gibt es eine für Eifersucht und Hoffnung,
eine Schublade für Geduld und Ungeduld,
eine Schublade für Enttäuschung und für Verzweiflung,
auch für Hass, Wut und Versöhnung,
eine Schublade für Faulheit und Leere
und es gibt eine für die tiefsten Geheimnisse die ins uns sind
Diese Schublade wird fast nie geöffnet…

Es gibt auch andere Schubladen.
Jeder Mensch kann selber wählen was drin sein soll.
Manchmal sind wir eifersüchtig ohne dass wir das wollen
und manchmal machen wir etwas kaputt wenn wir eigentlich helfen wollen
Der Seelenvogel ins uns gehorcht uns nicht immer
und bringt uns manchmal in Schwierigkeiten.
Man kann schon verstehen, dass die Menschen verschieden sind
weil sie verschiedene Seelenvögel haben.
Es gibt Menschen die machen jeden Morgen die Schublade „Freude“ auf
und sie sind den ganzen Tag froh …

Macht der Seelenvogel die Schublade Wut auf
ist der Mensch wütend
und macht der Vogel die Schublade nicht wieder zu, hört der Mensch nicht auf wütend zu sein …

Manchmal geht es dem Menschen nicht gut
dann macht der Seelenvogel böse Schubladen auf
Geht es dem Seelenvogel gut macht er auch Schubladen auf in denen das Gute wohnt
so dass es uns auch gut geht.

Manche Leute hören den Seelenvogel oft,
manche hören ihn selten
und manche Menschen hören ihn nur einmal in ihrem Leben.
Deshalb ist es gut, auf ihn zu hören
und in sich zu horchen , ganz tief, tief in uns hinein….

vielleicht spät abends wenn alles still ist …?

Das Eismädchen

Letztens bin ich beim Durchforsten einiger Erinnerungen auf eine Geschichte gestoßen. So eine ganz kleine, superkurze Geschichte. Und dachte so, ja hübsch geschrieben. Sag mal, hab ich die geschrieben??? Tatsächlich! Ich selbst. 🤣 Im ersten Moment konnte ich mich überhaupt gar nicht erinnern, dass ich die tatsächlich geschrieben hatte. Und überlegte, wie ich darauf gekommen bin. Da dachte ich mir, das es an diesem Tag wohl sehr kalt draußen gewesen war. Und während ich so bitterlich fror, habe ich mir diese Geschichte zusammengesponnen.

Eismädchen

Damals vor vielen vielen Jahren brach eines Tages ein eiskalter Winter herein. Der war so kalt, das alles gefror.

Die Tiere, die Bäume und Pflanzen, und sehr viele Menschen erfroren. Sie wurden alle zu Eissäulen.

Nur ein Mädchen nicht. Sie blieb warm und rosig und war auch ganz weich. Sie konnte jeden Tag im kurzen Hemdchen herumtanzen, das war ganz weiß wie Schnee. Und ihre Schuhchen waren in einem klaren hellblau wie das gefrorene Eis. Kleine Ballettschuhchen waren das.

So tanzte sie jeden Tag durch die Straßen, während alles um sie herum erfror und erstarrte, und die Überlebenden waren verwundert wie sie das mache.

Eines Tages ging eine Frau auf sie zu und fragte sie. Da lachte das weiße Mädchen laut mit einer klirrenden Stimme und sang:

„Ich bin das Eismädchen!“ Und tanzte weiter und weiter.

Und wenn sie nicht gestorben ist, so tanzt sie noch heute durch die Straßen und lässt es um sich herum gefrieren. Also, nehmt Euch in acht, wenn Ihr sie seht.

Pixabay

Weihnachtsgeschichte 2019 – Episode 1 (inkl. Audioversion)

Am 11. November 2017 hat es mit einem einsamen Penner in einem Wald begonnen. Von da an wurden immer mehr Figuren um den armen Mann Leben eingehaucht. Ein Jahr später beschlossen wir, die weihnachtlichen Gestalten weiterhin aufleben zu lassen. Jetzt, im dritten Jahr, bemerkten wir, dass uns die wunderbaren Protagonisten ans Herz gewachsen waren, mit all ihren Höhen und Tiefen, denen widerfahren waren und dennoch herzensgut blieben.
Heute zum 1. Advent geht der dritte Teil unserer Weihnachtsgeschichte weiter. Die erste Episode beginnt mit mir und dann immer jedes Wochenende bis zum 24. Dezember.
Ich bin dankbar, fünf wunderbare Menschen kennengelernt zu haben. Wir sechs, die sich zufällig zusammengewürfelt, entschieden haben, eine Weihnachtsfortsetzungsgeschichte zu kreieren, nichts ahnend, dass daraus drei wundervolle, lustige Jahre entstanden, wo wir dieses Mal sogar am Anfang des Jahres angefangen haben an der neuen Geschichte zu basteln. Einen grandiosen Dank geht auch an unserem großen Erzähler, der die Geschichte vertont, für die “faulen“ Leser unter uns.
Für alle Neueinsteiger könnt ihr gerne zu unserem Anfang zurück und euch Stück für Stück hindurchlesen oder hören. Wünsche allen viel Spaß und Freude dabei und einen wundervollen 1. Advent.

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wir waren alle mal bei blog.de

Das Schneewunder

Episode 1 von Corona

Womp! Wusch! Boing!

Riesige Schneeflocken, groß wie Bowlingkugeln, prallten gegen seinen Schultern und immer wieder auf seinen Kopf. Er blickte hinauf und konnte es einfach nicht fassen. War er geschrumpft, oder waren die Schneeflocken gewachsen? Wohin seine Augen auch blickten, überall lag meterhoch der Schnee. Weit und breit war alles weiß. Es war unmöglich für ihn, dort hindurch zu stapfen. Er würde im tiefen, weichen Schnee versinken und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. „Verfluchter Schnee!“ brüllte er vor Wut.

Erschrocken setzte sich der Gnom Odio Nix senkrecht in seinem Bettchen auf. „Hach“, lachte er laut los. „Es war nur ein Traum!“, rief er erleichtert. Trotzdem sprang er aus dem Bett und tapste barfuß zum Fenster. Dort blickte er in die Nacht hinaus. Seine Wut im Bauch löste sich langsam auf. Weit und breit kein Schnee. Nur der karge, braune Waldboden und die kahlen, knorrigen, in die…

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Flieg Wespe flieg 

5. und letzter Teil 

Ich musste gestern Abend ganz lange an meinen Opa denken. Wegen der Wespe kamen Erinnerungen hoch… mein Opa war der Beste…

Die Wespe ist frei! Als ich heute morgen nach dem Behälter auf dem Balkon schaute, (mit Sicherheitsabstand) sah ich die Wespe erst mal nicht. Voller Panik schaute ich mich um, war sie durch den Spalt geflüchtet? Das wäre doch unmöglich? – Aber dann sah ich sie umherfliegen. Sie wollte raus. Sie war wieder gestärkt und gesund und munter. Ganz bestimmt hat mein Manukahonig sie geheilt und hat zu neuen Kräften verholfen. 

Da sie nun flog, getraute ich mich nicht den Behälter anzuheben. Wie mach ich das denn jetzt? Ich sammelte allen Mut zusammen, hob das Ding an und legte es schnell zur Seite. Und schwupp und zack war sie draußen, flog einen Bogen, ich schrie wie bekloppt, stürmte hinein und warf die Balkontür zu. Ich konnte noch sehen, wie die Wespe dann wegflog. 

Ich hoffe, sie hat sich mein Gesicht gemerkt und weiß nun, dass von mir keine Bedrohung ausgeht. 😅 Und nicht, dass sie ihre Freunde holt und denen erzählt, hier gibt es supertollen Honig. 😱 

Und hier eine kleine Erinnerung an meinen Opa: 

Ich habe ihn damals fast täglich im Altersheim besucht und haben oft Maumau gespielt, waren viel spazieren, ich durfte Eis essen bis ich platzte und schleppte ihn im Sommer oft mit ins Schwimmbad. 

Eines Tages, als ich ihn wieder besuchte und zum Balkon hinaustrat, sah ich einen kleinen Flaschendeckel mit Sirup gefüllt. Was machst du denn da?, hatte ich ihn gefragt und da kam die Antwort auch schon angeflogen. Eine Wespe, die sich daran labte und wieder fortflog. Pass auf, sagte er, gleich kommt sie wieder. Aber du kannst doch nicht die Wespe füttern, rief ich entsetzt. Die bringt nachher alle anderen mit und dann ist hier alles voll. Nein nein, sie kommt immer nur alleine. Trinkt etwas und fliegt wieder weg. 

Am nächsten Tag schaute ich gleich wieder nach und dann waren da zwei Wespen. Schau mal, rief mein Opa, sie hat ihren Kumpel mitgebracht.  😂😂😂