Harter Tobak

Um dieses Buch lesen zu können, muss man eine emotionale Mauer um sich bauen. 

Vor ein paar Tagen habe ich das Buch “ Als hätte der Himmel mich vergessen“ gelesen. Verwahrlost und misshandelt im eigenen Elternhaus. 

Ich war völlig zufällig darüber gestolpert, weil ich wo gelesen hatte, dass wieder ein Kind misshandelt wurde und stieß bei den Kommentaren auf dieses Buch. So lud ich es mir runter und las es. Ich musste wirklich einen gigantischen Abstand nehmen, um nicht vom Sog der Fassungslosigkeit und Entsetzen hineingezogen zu werden. Es war einfach schrecklich, was diese abgrundtief fiese Stiefmutter ihr angetan hatte. Für einen Moment  hatte ich es zu nah an mir rangelassen, es ging einfach nicht anders, als ich lesen musste, wie die das kleine Mädchen heftig auf dem Boden warf….mir kamen fast die Tränen. Es ist grausam. 

Am Ende des Buches sieht man von der Autorin Emilie Sander Bilder von sich , als Kind, wo sie noch glücklich ist, später, das ernste dünne Mädchen und am Ende eine glückliche starke Frau. Auch wenn sie heute noch gegen die Mächte der Vergangenheit ankämpfen muss, sie hat es da raus geschafft. 

Das Schlimme ist, es passiert immer wieder auf der Welt, so viele Kinder werden misshandelt, geschlagen, missbraucht und versteckt gehalten. Dieses Buch soll die Menschheit sensibilisieren, die Augen öffnen und mehr um sich schauen und achten. 

Puuuh, wenn man selbst Mutter ist, ist es echt hart, das zu lesen. Um davon wieder wegzukommen, lese ich gerade zur Probe was nicht so spektakuläres, der Anfang zieht sich dermaßen in die Länge oder es kommt mir nur so vor, weil ich dauernd einschlafe nach einzwei Seiten 😅 

26 Antworten auf „Harter Tobak

  1. … die Dunkelziffer gerade bei Kindern ist unglaublich hoch… um so mehr sind Kindergärtner und Lehrer selbst Nachbarn gefragt, hin zu sehen und nach zu fragen… eine wenig Bucheinschläferung ist nach solch starkem Tobak sicherlich gut für die Seele 😉

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    1. Ja, jeder sollte genau hinsehen.
      In der Schule selbst kam der Strohhalm Verein. Im Rollenspiel mit uns Eltern zuerst und dann als Projektwoche mit den Kindern, werden alle darauf sensibilisiert. Für uns Eltern zu erkennen, wer der potentiellen Täter sein könnte, wenns der Onkel ist. Kinder werden gestärkt, sich zu wehren, sich zu äußern und den Mut zu haben, es zu sagen, wenn was ist.
      Ich finde es super, dass es diesen Verein gibt. Die gehen von Schule zu Schule und unter anderem hat sich manches Kind dann anvertraut. Man will so auch die Dunkelziffer minimieren.
      Aber das wird ein langwieriger Prozess, es passiert trotzdem zu viel.

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  2. Ich denke auch für mich als NICHT Mutter wäre es hart so etwas zu lesen,denn mir wären mit Sicherheit Tränen gekommen,wenn ich lese *wie die das kleine Mädchen heftig auf den Boden geworfen wurde*…

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  3. Ich glaube, ich könnte das nicht lesen. In meinem nahen Umfeld gab es eine Kindesvergewaltigung. Und wie so oft war es ein Bekannter. Man kann nicht wachsam genug sein.
    Ich hatte als Mutter, Gott sei Dank, gute Antennen. Einmal hatte ich urplötzlich aus dem Nichts ein komisches Gefühl bei einem Arbeitskollegen meines Mannes. Ich kann wirklich nicht sagen, woher das kam. Ich habe damals zu unserem Sohn gesagt, dass er, falls dieser Kollege ihn in irgend einer Weise berührt oder behandelt, die ihm unangenehm ist, dann soll er mir das sofort sagen. Nur wenige Tage später sagte er, dass dieser Kollege ihn am Po berührt hatte. Es muß nicht unbedingt etwas zu bedeuten gehabt haben. Vielleicht war es nur eine freundschaftliche Geste. Aber, da mein persönliches Frühwarnsystem bei mir angeschlagen hatte, habe ich jeglichen Kontakt sofort unterbunden. Natürlich in 100-prozentiger Übereinstimmung mit meinem Mann, also Sohnemanns Papa.

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    1. Nochmal lese ich das nicht.
      Leider hatten wir auch schon ein paar Vorfälle. Schreibe ich später dann was dazu. Bin so müde und muss unbedingt schlafen. Komm hier gar nicht mehr nach 😅

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  4. Sowas kann ich nicht lesen. Mich triggert es zu sehr re meiner eigenen Kindheit. Ich hab jezt doch kurz das Preview bei Amazon ueberschlagen und bin entsetzt. Wie kann man nach einer solchen Kindheit nicht ein fuer allemal gebrochen sein?

    Gibt das Buch denn zufrieden stellende Antworten auf solche Fragen?

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    1. Am Ende sieht man ja Fotos wo sie klein war und später als erwachsene Frau. Auch wenn sie glücklich ist und ein Leben als starke Frau führt, muss sie natürlich weiter kämpfen. Mit diesem Roman möchte sie andere darauf aufmerksam machen und stehen ganz hinten viele Links und Hilfestellen, wo Betroffene sich hinwenden können. Kindern und Frauen Mut machen, sich zu äußern.
      Es ist traurig und entsetzlich, und trotzdem es soll nicht verschwiegen werden. Da gehört einiges dazu, sein Leben so aufzuschreiben.
      Als ich die Bilder sah und sie selbst als Frau, ging es mir selbst schon etwas besser. Aber ich denke, tief im inneren ist die Seele trotzdem zerstört, sie hat nur gelernt, damit zu leben.
      Tut mir leid, dass es dich triggert. Deine Kindheit war auch nicht schön, ein bisschen habe ich ja einmal im Thema blau ja heraus gelesen.
      Aber du bist auch stark, bleib stark und lebe dein Leben, wie es dir gefällt. Einfach gesagt, die Vergangenheit holt einen immer mal wieder ein. Man kann diese nicht einfach wegwischen.

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      1. Ich verstehe schon, warum man irgendwann mal das Beduerfnis hat, sich schriftlich mit solchen Erfahrungen auseinander zu setzen, aber ich kann ganz ehrlich nicht verstehen, wer sowas gerne liest.
        Aufmerksamkeit ist wichtig, aber ich verstehe halt oft nicht, warum das so ins Detail gehen muss. Ich lese auch z. b. keine Augenzeugenberichte von Naturkathastrophen – mir reichen die Fakten. Wenn ich die Opfer zu nah an mich ran lasse, kann ich mich davon nicht mehr abgrenzen. Deshalb koennte ich auch in keine Selbsthilfegruppe gehen. Ich wuerde nicht meine eigenen Probleme angehen, sondern so viele dazu nehmen, wie es andere Teilnehmer gibt…

        Ich glaube auch, man kann lernen damit zu leben, aber es hat uns zu dem Menschen gemacht, der wir sind (wie auch immer wir dadurch werden) und dadurch beeinflusst es uns doch ein Leben lang.

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        1. Du bist wie ein Schwamm, der alles aufsaugt. Dann haut es einem emotional aus den Socken. Ich mag schlimme Dinge auch nicht lesen und manchmal tu ich es doch und muss tagelang daran denken. Es ist wie eine Selbstkasteiung. Ich weiß nicht mal warum. Vielleicht, um das zu übertrumpfen, was einem im Leben selbst widerfahren ist, zu lesen, dass es Schlimmeres gibt? Ich weiß es nicht.
          Diese Art von Romanen lese ich sehr selten. Alles was wahr ist, geht einen zu nahe.
          Manchmal überlege ich, dass es trotzdem gut ist, wenn von diesen Dingen berichtet wird, um andere es vor Augen zu halten , zu sensibilisieren oder was auch immer, für die, die rosarot und blauäugig durchs Leben gehen, für diejenigen, die immer Glück hatten, die immer ein tolles Leben hatten, zu sehen, dass das Leben auch grausam ist, um wachzurütteln, oder was weiß ich… ich weiß es nicht. Ich glaube ich bin jetzt etwas wirr 🤔

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          1. Meine Schwester und meine Mutter lesen das auch (und haben mir das immer empfohlen oder sogar unaufgefordert mitgebracht, bis ich mir das mal besonders ausdruecklich verbeten habe), und ich kann einfach nicht verstehen warum. Zu sehn dass man nicht als einzige schlimm dran war oder nicht am schlimmsten? Wobei meine Mutter ja auch Taeterin war – um sich zu vergewissern, dass sie keine Rabenmutter war, weil Rabenmuetter sind die in den Buechern, und so schlimm sind die nicht, und ihre Kinder haben auch nie das Beduerfnis gehabt ein Buch darueber zu veroeffentlichen?

            Sehr schwer zu sagen, wie ich zu solchen Buechern stehen wuerde, wenn cih selber eine gute Kindheit gehabt haette. Vielleicht offene, denn Buecher ueber Krieg lese ich auch, und das triggert mich nicht. Das sehe ich als bildend.

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            1. Klingt ja schon fast nach zwang. Man sucht es sich doch selber aus, was man lesen möchte oder nicht. Oder in wie weit man was erträgt.
              Und wenn Rabenmütter das lesen, um sich selber besser zu fühlen, ist psychisch krank.
              Ich selber könnte über meine Dinge, die mir widerfahren sind nicht schreiben. Auch nicht drüber reden und auch keinen Psychologen. Möchte ich nicht.
              Irgendwo hat jeder sein Päckchen zu tragen.
              Und über Krieg mag ich zum Beispiel nicht lesen oder Videos ansehen, weil damals zu DDR Zeiten uns in der Schule das eingetrichtert wurde. Mussten uns die schrecklichen Bilder ansehen, Filme dazu, In KZ Ausflüge gemacht. Das war als Kind für mich traumatisch, das ich heute dies meide, es zu sehen. Eben auch ganz selten nur, wie Schindlers Liste, oder Dokus, wo Überlebende berichten. Ich krieg das tagelang nicht mehr aus meinem Kopf. So auch dieses Buch. Wie gesagt, ich lese sowas selten und wenn doch, dann weiß ich nicht, warum ich mir es dann antue. Schlimme Kindheit hatte ich nicht, es triggert mich nicht, es ist so schwer vorstellbar,einem Kind anzutun.

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              1. Bei meiner Mutter hatte ich immer das Gefuehl, dass nicht nur sie, sondern auch wir Toechter lesen sollten, dass es durchaus schlimmere Muetter gibt als sie. Dabei arbeitete ich da schon beim Jugendamt.

                Der Film Holocaust hat mich sehr betroffen. Da waren Szenen drin, also danach hatte ich wirklich furchtbare Traeume gehabt. Wobei ich schon gut finde, dass es diese Filme gibt, weil ich finde es schon wichtig, dass wir wissen wie schlimm das wirklich war, und nicht alle wollen drueber lesen.

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            2. Wollte eigentlich den letzten Satz noch schreiben und bin auf Sendetaste gekommen.
              Wollte nur schreiben, das es für mich schwer vorstellbar ist, wieso solche Menschen sowas einem Kind antun können.

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              1. Schwer zu sagen. Manche Eltern hatten selber so eine Kindheit und finden nichts schlimmes dabei. Oder haben es eben nicht anders gelernt. Es gibt tatsaechlich Frauen, deren Vater haben sie frueher vergewaltigt und vergehen sich nun an ihren Toechtern, und die Muetter wissen das und denken Ich habs auch ueberlebt, und finanziell ist er doch ein sehr grosszuegiger Mensch, mit dem wir es uns nicht verspassen wollen. Ich finds auch furchtbar. Aber diese Frauen haben das ueberstanden und sind zuversichtlich, dass die eigenen Kinder das auch werden.

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                1. Ich weiß, dass viele, die sowas erlebt haben, auch Väter, die selbst als Kinder geschlagen wurden, auch so werden. Zum Glück denken nicht alle so, dann müsste ich total lieblos zu meinen Kindern sein und ich bin trotz alledem das Gegenteil von meiner Mutter. Sie hat nichts schlimmes gemacht, aber sie konnte keine Liebe geben und zeigen, war oft verletzend auf psychischer Ebene. Und ich hab das als Kind vermisst und andere beneidet. Und ich gebe meinen Kindern all das, was ich nicht bekam. Ich könnte nie so sein.
                  Es ist traurig, dass nicht alle so denken und es eher besser machen.

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                  1. Mein Vater war so ein Mann. Und er hat immer gesagt, was Ihr an Kloppe kriegt ist gar nichts gegen das was ich bekam. Er fuehlte sich harmlos weil er uns, im Gegensatz zu seinem eigenen Vater, nicht mit Guerteln, etc schlug. Ich weiss nicht, wie ich als Mutter waere, aber ich haette Angst dass ich immer noch die gleichen Fehler machen wuerde wie meine Eltern – vielleicht weiter abgeschwaecht, aber immer noch zu lieblos oder gar grausam… Ich weiss einfach nicht, wie man es richtig macht.

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                    1. Mein Ex, der Vater wurde auch mit dem Gürtel geschlagen und hat das bei den Kids nie gemacht. Ihm ist die Hand mal ausgerutscht, aber da bin ich ausgeflippt. Hab bei seiner Mutter gepetzt 😅 und sie hat auch geschimpft.
                      Nee nee, sowas darf es nicht geben, nicht mal einen Klaps. Ich hatte auch Backpfeifen als Kind bekommen und den „Popo voll“ , auch wenn nur harmlos, aber es ist erniedrigend.
                      Wofür ich mich eine Zeitlang gehasst hatte, wenn alle 4 Kids frech waren und so Rappeltage hatten, dass ich gebrüllt habe. Und ich bin ein sehr leiser stiller Mensch, es dauert bis ich an einem gewissen Punkt gelange. Und wenn ich die Kids anschrie, fühlte ich mich ganz schlecht. Eines Tages hat die Kleinste mich so voller Angst angesehen und hab den Blick heute noch vor Augen, dass ich mich seit dem beherrschte, und jetzt sind sie älter und keine 4 aufeinmal, die einen frechen Tag haben.
                      Ich bin eigentlich viel zu gut, gutmütig und trag denen fast alles hinter her. Und das verwöhnen ist nämlich auch nicht gut, sonst werden sie nicht selbstständig und muss mich da echt bremsen. 😰

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