Das Licht und die Dunkelheit 

Aus dem Nichts bin ich entstanden. Aus dem Nichts habe ich mich selbst erschaffen. Das Nichts ist nicht, was nicht ist. Es ist die Ewigkeit. Dort ist das Licht und die Dunkelheit. 

Aber das versteht dein kleines begrenztes, menschliche Gehirn nicht. Für dich ist es unvorstellbar und unmöglich. Für dich gibt es ein Anfang und ein Ende. Die Unendlichkeit geht über dein Vorstellungsvermögen hinaus. 

Ich bin das große Nichts. Ich existiere nicht und bin dennoch da. Man kann mich nicht sehen und berühren. Ich bin unendlich, ich bin das Licht und die Dunkelheit. 

Für alles gibt es ein Gegenstück. Dort wo es die Helligkeit gibt, gibt es die Finsternis. Dort wo Liebe ist, ist der Hass. Und wo die Hitze des Feuers lodert, herrscht eisige Kälte. Dort wo Leben ist, ist der Tod.  

Komm mit du kleines Menschlein, ich zeige dir die Unendlichkeit. Du glaubst, das Universum erscheint so riesig, das man meinen möchte, es ist unendlich. Aber nichts kann unendlich sein, und willst glauben, dass das weite All eine Grenze besitzt. Komm, flieg mit mir, fliegen wir zum Rand des Universums. 

Sieh dir all die Planeten an, all die Sterne, Kometen, Meteoriten und Sonnen. Es gibt Abermillionen unendlich viele davon. Allein die Milchstraße, wie ihr sie gerne nennt, sieh nur wie groß diese ist. Wie sie sich dreht und windet, langsam und gemächlich. Glaubst du, das hatte alles ein Gott erschaffen, hat seine riesigen Arme ausgebreitet wie ein Zauberkünstler? Der Gott, der hoch droben auf seinem Wolkenthron sitzt und zu euch herabblickt? Etwas was man nicht sehen und fühlen kann, das Licht und Dunkelheit in sich birgt. Bin ich das? Ihr gebt für alles einen Namen. Und ich bin Gott? Ich bin das Nichts!

Lass uns weiter fliegen, fühle und sehe, wie alles an dir vorbei rauscht. Die Milchstraße ist nun weit weit hinter uns. Die Sonne nur noch ein Punkt, die sieht jetzt aus wie ein weit entfernter Stern, der funkelt. Um dich herum ist nichts, was dir bekannt ist. Planeten und Sterne entstehen und andere explodieren vor deinen Augen. Gesteinsbrocken rasen mit enormer Geschwindigkeit an uns vorbei, grelle, heiße Funken sprühen um uns herum. Trostlose tote Planeten aus Gestein rotieren vor sich hin. Hab keine Angst, dir wird nichts geschehen. 

Und nun umhüllt uns die ewige Dunkelheit. Alles haben wir hinter uns gelassen. Wir fliegen mitten durch die dunkelste Schwärze hindurch, wo alles Licht verschluckt wird. In das finstere Nichts. Ich bin die Dunkelheit. 

Sieh nur, dort kommt eine gigantische Spiegelwand auf uns zu. Es spiegelt unser Universum. Kannst du dich selbst darin sehen? Nein, du siehst dich nicht. Du bist eine Seele in der Unendlichkeit. Eine Seele kann man nicht sehen. Dein Körper ist nur ein Gefäß, was du auf der Erde zurückgelassen hast. Ein Gefäß, wie eine Glühbirne, die leuchtet. Und wenn diese zerbirst, ist das Licht erloschen, aber nicht der Strom, der darin fließt. Der Strom ist wie die Seele, dass du nicht sehen kannst, nur wenn es ein Gefäß oder feste Materie besitzt, dann kannst du es leuchten sehen. Die Seele ist das Licht. 

Lass uns hinter den Spiegel des Universums schauen. Was glaubst du, was du sehen wirst? Das Gegenteil von der Dunkelheit? Das weite, weiße Licht? Die grelle Helligkeit, die dich fast zum Erblinden bringt? Schau nur nach, flieg mit mir hinein. Vielleicht siehst du andere Farben, Farben, die du nie gesehen hast, die nicht in deiner Vorstellungskraft existieren und nicht benennen kannst. Flieg mit mir ins helle Licht. Ich bin das Licht.

Du hast gedacht, hier ist das Ende des Universum. Kannst es berühren wie eine Membran. Dein Kopf hindurchstecken und andere Universen erblicken, die wie Seifenblasen aneinander haften. Nichts von alledem ist dies so. Hier in der unendlichen Weite der Helligkeit leben die Seelen. Hier aus dem Licht kommen sie, fliegen weit zu anderen Orten, suchen sich Planeten und Sonnen. Sie können weder verbrennen noch erfrieren. Sie müssen nicht atmen und ersticken nicht. Sie sind hier so frei und alles ist im Licht der Liebe getaucht. 

Lass uns in diesem Lichte baden, nimm die Wärme und Güte in dir auf. Lass allen Schmerz des irdischen hinter dir. Sei eins mit dem Licht und mit dir. Du hast nur diesen einen Moment. Denn wirst zurückkehren müssen, zu deinem körperlichen Gefäß. So wie viele andere Seelen es hier auch tun. Sie sind auf der Suche nach einer festen Materie, nach einer Begrenzung und Schwerkraft.

Dann reisen sie Richtung Erde, der einzige Planet im gesamten Universum auf dem Leben herrscht. Hast du wirklich geglaubt, es gäbe noch anderes Leben? Kannst du es nicht fassen, in deinem winzigen kleinen Gehirn, dass ihr die einzigen in der großen Ewigkeit seid? Du denkst, irgendwo muss doch noch anderes Leben existieren? Nein! Es gibt keine weitere Erde, ihr seid die einzigen dort. Einzig und allein, so winzig und unbedeutend. 

Was meinst du, was nach dem großen Licht kommt? Ist es nun das Ende? Komm, du Winzling, flieg mit mir weiter. Und sieh, wohin wir reisen. Sieh dich um, und fühle wie du durch die Ewigkeit rast, schneller als das Licht selbst und dann plötzlich, bist du wieder von Dunkelheit umgeben. Die ewige Finsternis. Die tiefe Schwärze, die dich umgibt. Du siehst nichts. Ich bin die Dunkelheit. Ich bin das Nichts. 

Fühlst du das? Spürst du es? Wie ein warmer Atem, der um dich fließt. Das sind die Seelen der Dunkelheit. Sie suchen die Helligkeit, sie schweben durch das ewige Dunkle, wie Motten  zum Licht. Jede Seele ist einer Prüfung unterzogen. Sie können fallen und aufsteigen. Es ist ein Prozess. Es hält alles im Gang. Das Universum hat keine Anfang und kein Ende. Es ist in sich selbst geschlossen. Es atmet ein und wieder aus. Du kannst fliegen und schweben bis in alle Ewigkeit, es ist ein Kreislauf, der sich immer wieder schließt, der sich dreht und rotiert. Du wirst weder das Ende noch den Anfang finden. 

Flieg zurück, werde wieder eins mit deinem Körper. Du bist nur ein winzig kleines Menschlein, du bist nur ein Atom im gesamten Universum. Du bist ein Nichts. So unbedeutend in diesem gigantischem Universum. Verweile auf deiner Erde, unterliege die Schwerkraft, erleide Schmerzen, Freude, Liebe, Leid…lebe und sterbe. 

Vergiss nicht deine innere Mitte, denn dort sitzt deine Seele. Du bist nur ein Gefäß, das geboren wurde, eine Eigendynamik entwickelt, fortlebt mit den menschlichen Gedanken im begrenzten Gehirn. Aber vergiss nicht die Seele, die zu dir schreit, achte auf sie, hege und pflege sie. Viele glauben nicht daran, auch wenn sie die innere Stimme hören, sind sie der Meinung, es ist der eigene Gedanke, der Zwiegespräch mit dir führt. 

Flieg zurück, du kleines Nichts, reise zurück durch die weite Zeitlosigkeit. Durch Licht und Dunkelheit. Kehre heim an deinem Ort. Ich bin nicht Gott, ich bin kein Engel. Ich bin nicht die Überseele, weder Himmel noch Hölle. 

Ich bin das Nichts!

Ich bin das Licht und die Dunkelheit…. 


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20 Antworten auf „Das Licht und die Dunkelheit 

        1. Das freut mich sehr. Jaaa, manche Gedanken müssen aufgeschrieben werden, bevor zerrinnen wie Träume am Morgen, die zerfließen und vergessen werden und nur noch ein Ahnung hat, aber unmöglich ist, es zu beschreiben.

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  1. wenn ich das anmerken darf, liebe und hass passen nicht recht zu licht und dunkelheit; oder wärme und kälte.
    du kannst den hass aus der welt nehmen, du kannst die liebe aus der welt nehmen, das licht und die wärme, aber du kannst weder dunkelheit noch kälte entfernen.
    für hass, liebe, wärme und licht braucht man jeweils eine gewisse art energie, aber dunkelheit und kälte brauchen nichts.
    und leben – tod würde ich ebenfalls nicht in die gleiche reihe setzten, weil das wort tod (in meinen augen) vorraussetzt, dass etwas mal gelebt hat, dass dieses etwas mal gestorben ist, außerdem natürlich der signifikante unterschied, dass die anderen zustände, gefühlt beliebig oft wechseln können, wohingegen das mit dem wieder lebendigwerden etwas schwieriger wird.

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    1. Das ist dein subjektives Empfinden.

      Es geht nicht darum, ob alles zusammenpasst oder nicht. Wenn du vielleicht mal über das Ying und Yang gelesen hast, haben die alten Chinesen sich schon sehr früh mit Gegensätzlichkeiten auseinandergesetzt.
      Wie soll ein Schatten an die Wand geworfen werden, wenn es kein Licht gibt?
      Wie soll man Licht erkennen, wenn es keine Dunkelheit gibt?
      Woher weiß ich, was Liebe ist, wenn ich keinen Hass empfinde? Woher weiß ich , was Kälte ist, wenn ich die Hitze nie gespürt hab?
      Für alles gibt es ein Gegenstück, ich kann alles in einer Reihe setzen. Ob lebendig oder tot, ob es Energie besitzt oder ein trostloser Gegenstand ist.
      Was tot ist, kann natürlich nicht wieder leben, dann gehst du über in einen anderen Zustand, deine Seele kann reisen und sich einen neuen Körper suchen ( spirituell gesehen, aber das ist jetzt eine Sichtweise, die jeder für sich wissen muss).
      Und das ganze Universum besteht aus Energie, und ohne die Gegensätzlichkeiten, könnte dies nicht entstehen. Aus der Dunkelheit stach ein Licht hervor, zwei Gegensätze die miteinander kollidierten, das Plus und das Minus, Hitze rieb an Kälte und es brach eine gewaltige Explosion mit sich… und ohne Gegensätze kann nichts existieren.

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      1. ich bin recht überzeugt davon, dass das meiste von dem, was ich schrieb, nicht von empfindungen herrührt.

        „Es geht nicht darum, ob alles zusammenpasst oder nicht“
        also mir ging es schon darum, ob es zusammen passt oder nicht, denn ich bezog mich zweifelsfrei auf den gedanken, meinen gedanken, dass eine solche aufzählung die dinge als gleichsetzbar erscheinen lässt, obwohl ihre verhältnisse zum jeweiligen „partner“ verschieden sind.
        du musst den gedanken nicht teilen.

        „Wie soll ein Schatten an die Wand geworfen werden, wenn es kein Licht gibt?“
        schatten wird nicht einfach geworfen oder erzeugt in dem sinne. schatten/dunkelheit ist ein grundzustand, immer im hintergrund befindlich. schatten/dunkelheit vergeht nicht, aber ohne die nötige energie spendet die sonne weder wärme noch licht, was aber bleibt ist dunkelheit und kälte und ich möchte zum besseren verständniss stille beifügen.

        „Wie soll man Licht erkennen, wenn es keine Dunkelheit gibt?“
        schwer zu sagen, weil die dunkelheit so grundlegend ist, dass du sie nicht entfernen KANNST. die frage, was wäre wenn, stellt sich also garnicht.
        „Woher weiß ich, was Liebe ist, wenn ich keinen Hass empfinde?“
        das ist nun wirklich eine törichte frage.
        es gibt so viele dinge, die liebe spürbar machen, und ich bin geneigt zu sagen, dass hass nicht dazu gehört.
        die tiefe des schmerzes und die länge der trauer, wenn du zb verloren hast was du liebtest, oder auch die menge an glück und zufriedenheit, als auch die stärke die man durch sie gewinnen kann.
        ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass für viele menschen die frage gilt: wie kann man überhaupt richtig lieben, wenn man hass in sich trägt?
        ich finde es also recht absurd die beiden so in verbinung zu bringen, wie es die frage versucht.

        „Woher weiß ich , was Kälte ist, wenn ich die Hitze nie gespürt hab?“
        selbst wenn du „hitze“ gespürt hast, wird dein körper nicht mehr wissen was „kalt“ist, wenn er sich daran gewöhnt hat. die zeitliche differenz zwischen den beiden empfundenen zuständen ist maßgeblich dafür verantworlich, wie du die jeweilige temperatur interpretierst. auserdem ist es nicht nötig, sich die hand mit 2000°C wegzuburtzeln, wenn man 0°C als kalt empfinden möchte.
        in der regel reicht der unterschied zum „normal“, um gefühle wie kalt und warm wahrzunehmen.
        ich muss auch nicht im krieg gewesen sein, um die seeligkeit des friedens wertschätzen zu können, obwohl man bei manchen menschen wirklich den eindruck gewinnen könnte.

        nach diesen fragen und wie du sie formuliert hast, jede einzelne, muss ich dir sagen, dass das muster für mich darauf hindeutet, dass du das prinzip vom ausgleich und der balance, vom erleben der gegensätzlichkeiten, um sich damit der welt bewusster zu werden und seinem Menschsein oder seinem ich vllt näher zu kommen, nicht recht verstanden hast.

        „Für alles gibt es ein Gegenstück“
        auch wenn du es noch 10 mal behauptest macht es das nicht wahrer oder wirkt überzeugender.
        „ich kann alles in einer Reihe setzen“
        sicher, du kannst auch zufällig buchstaben und zahlen aneinander reihsoadspeüe,dw,2öqmdejfwdäwäpü2sr83490d0w9
        macht das sinn? nein.
        „ob es Energie besitzt oder ein trostloser Gegenstand ist“
        das witzige ist, das ist kein gegensatz, denn selbst ein trostloser, ja selbst der tot traurigste und trübsinnigste gegenstand der welt, besitzt energie.

        der teil mit dem tod.. der seele.. das ist alles schön und in ordnung, aber es hat nichts mit meiner begründung zutun, wesswegen leben und tod aus meiner sicht nicht zu den anderen passen.

        also wir gehen bei dem letzten abschnitt mal komplett nach dir.
        wenn alles einen gegensatz hat, wie du sagst, dann hat energie auch einen. richtig?
        wenn das ganze universum aber aus energie besteht, ist kein platz mehr für den gegensatz von energie. richtig?
        (und auch für die blose abwesenheit wäre kein platz mehr)
        womit das im universum auch keine gegensätzlichkeit mehr vorhanden wäre.
        und weiter sagst du, die gegensätzlichkeit der natur der dinge, führt dazu, dass sich das universum einseitig aufbaut und nur noch aus energie besteht? wie soll diese gegensätzlichkeit jetzt auf einmal zu dieser einseitigkeit führen? du erwähntest ying und yang, desswegen wundere ich mich.

        weil du vom plus und minus sprichst…
        licht ist +1. dunkelheit ist 0.
        energie ist +1. abwesenheit von energie ist 0.
        zumindest ist es das was ich sage.
        (und weil es soviel spaß macht auch noch mehr ^^
        ein stück wurst auf dem tisch ist +1. kein stück wurst auf dem ist 0. jemanden wo runter schubsen ist -1. jemanden nicht schubsen ist 0. jemanden auffangen der geschubst wurde ist +1. (naja ungefähr :D))

        „und ohne Gegensätze kann nichts existieren“
        irgendwie hast du es ein bischen verfehlt, mir das mit deinen worten zu beweisen oder auch glauben zu machen…

        PS: es ist schön, dass alte chinesen das getan haben, aber was hat das konkret mit meinen Gedanken zutun oder mit dem was ich gelesen habe? oder anders, wieso sollte mein lesen einfluss auf das handeln alter chinesen haben?
        dem satz fehlt, meiner meinung nach, nicht nur eine daseinsberechtigung, als antwort auf meine gedanken, ihm fehlt weiterhin, und ich glaube, dass das ein fakt ist, eine schlüssige überleitung vom 1. zum 2. teilsatz; so ist er jedenfalls in sich nicht schlüssig/sinnvoll (womit er im text auch nicht ganz alleine steht)

        corona.. ich hoffe du hast bei deiner nächsten antwort ein bischen mehr darüber nachgedacht, was du sagst und vorallem wie du es sagst.

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