Imaginäres eliminieren

Wie peitschenhiebe waren seine Worte.

Knallend, laut und verletzlich.

Spitze Dolche durchdrangen ihre Seele.

Scharfe Messer zerschnitten ihr Inneres.

Weinend hat sie ihre Wunden geleckt.

Seine Stimme, schneidend wie ein Schwert, zerschnitt ihr Gemüt.

Die Wunden verheilten. Vernarbten.

Sie fing an, ein Schutzschild zu bauen.

Dick und hart, härter als Stahl.

Liebsam blieb ihre Seele. Geschützt vor seinen tödlichen Worten.

Eines Tages kam die Wut. Wie ein Donnerschlag.

Sie schlug ihn mit seinen eigenen Waffen.

Sie trafen ihn nicht. Taten ihm nicht weh.

Er fühlte diesen Schmerz nicht.

Wie ein Bummerang schlug ihre Wut von ihm zurück.

Er traf sie vierfach härter.

Es warf sie um.

Ihre Seele wie ein Kartenhaus. Fiel auseinander und stob im Winde davon.

Leiser, stiller Hass kroch in ihr hinauf.

Gedanken so bitter und dunkel.

Rache frass sie auf.

Eine neue Seele gebar. So schwarz und finster.

Wenn ihre Worte ihn nicht töten konnten, wie dann?

Die dunklen Gedanken waberten in ihr fort.

Mit einem Pfeil erschoss sie ihn.

Ein Messer in der Hand, stach sie ihm in den  Rücken.

Ihre Hände würgten ihn.

Mit einem Schwert durchbohrte sie sein Herz.

Er starb nicht. Er lebte weiter.

Wie ein unsterblicher Dämon.

Sie, der gefallenen Engel, gefangen im Käfig.

Eines Tages hielt sie ein Katana in der Hand. Lang und spitz.

Wundervoll geschwungen.

Stand sie vor ihrm. Hob es an.

„Ich könnte dich jetzt töten. Aber es ist stumpf.“

Er sah sie erst mit großen Augen an.

„Obwohl! Spitz ist es. Erstechen könnte man damit jemanden!“

Sie hielt es an seiner Kehle, und durchschnitt die Luft.

Ein paar Zentimeter vor seinem Hals.

Wieder sah er sie an. Und wusste es.

Er wusste, das sie es am liebsten tun würde.

Spürte den Hass. Er wusste, was sie fühlte und spürte.

Und dennoch wusste er, sie würde es nie tun.

Viel zu sanftmütig war doch ihre Seele.

Lieber würde sie sterben, als es selbst zu tun.

Und dennoch, er hat ihren Hass und die Wut in ihren Augen gesehen

und gespürt.

 

 

 

 

22 Antworten auf „Imaginäres eliminieren

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