Der Morgenstern in der Brust

Schwer sitzt der Schmerz dort.
Mittendrin in der Brust vom Morgenstern getroffen.
Es zieht und sticht.
Dort ist der harte Morgenstern steckengeblieben.
Und dreht sich herum mit seinen spitzen Zacken.
Es tut höllisch weh. Ein schwere Last.
Es ist nicht abzuschütteln, nicht herauszuziehen.
Die Zacken des Sternes haben sich darin verfangen
und manchmal zieht jemand von außen daran, damit das noch viel mehr schmerzt.
Mein Gesicht verzieht sich nicht. Ich zeige meinen Schmerz nicht.
Niemand sieht diesen Morgenstern in meiner Brust.
Manchmal wird der so schwer, und weiß nicht, wie lange ich dies mit mir rumtragen kann.
Aber man lässt mich diese Last nicht ablegen.
Die sitzt da tief in mir.
Meine Seele gramgebeugt, wie lange noch?
Der Morgenstern sitzt tief in meiner Brust. Es tut weh.

Divenire

Ich liebe dieses Stück, und wenn ich Ruhe brauche, höre ich hier rein, dann träume ich und musst dann immer an eine bestimmte Person denken.
Ein Mensch, ein Weltenwanderer, mal hier mal dort, er bleibt nie an einem Ort, hat viele Namen und Gesichter, und doch seine Seele bleibt gleich, und ich kann ihm folgen überall hin, er entwischt mir nie, doch die eine Angst bleibt: Was, wenn er doch mal fort ist, dahin, wo ich ihn nicht folgen kann?